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5 Gründe, warum es sich lohnt, das neue Album von Little Simz zu hören

5 Gründe, warum es sich lohnt, das neue Album von Little Simz zu hören
Foto: Instagram/@littlesimz

Gute Nachrichten für alle Hip-Hop-Fans: Little Simz (Simbiatu Ajikawo) tritt wieder in Deutschland auf. Schon heute (12. Juli) wird sie auf dem Splash! Festival in Sachsen-Anhalt zu hören sein.


Im Oktober wird sie sowohl im Club Bahnhof Ehrenfeld in Köln, im Uebel & Gefährlich in Hamburg, im Muffatwerk in München, als auch im Berghain Berlin auftreten. Dabei wird die Rapperin aus London sicherlich einige Tracks aus ihrem im März veröffentlichten Album „Grey Area“ zum Besten geben.

Vor allem ihre selbstbewusste Art hat Little Simz zum Erfolg verholfen: So startet das Album direkt mit dem Track „Offence“, in dem Simz sich unter Anderem mit Jay-Z und Shakespeare vergleicht. „I’m Jay-Z on a a bad day, Shakespeare on my worst days“. Yesss. Das sind die 5 Gründe, warum du das Album von Little Simz hören solltest:

1. Features & herausragender Flow

Das soulige Feature „Wounds“ gemeinsam mit dem erfolgreichen jamaikanischen Reggaekünstler Chronixx, gehört eindeutig zu den ruhigeren Songs auf dem von Inflo produzierten Album.

Nichtsdestotrotz rappen die Beiden energisch auf Gitarrenklängen von Krieg, einem bewaffneten „Gun-man“ und der Liebe. Die Kollaboration „Flowers“ mit Micheal Kiwanuka bringt jazzige Abwechslung in das Album.

„Venom“ als fünfter Track vereint düstere Lines, tiefe Bässe und einen besonders starken Flow.

2. Little Simz: Frauenpower

Auf „Venom“ sticht außerdem die Stärke, das Selbstbewusstsein und der Stolz darauf eine Frau zu sein heraus. Little Simz bietet damit Sexismus die Stirn – obwohl das nicht die Hauptintention ihrer Musik sei, wie sie selbst immer wieder sagt. So rappt sie: „Never givin credit where its due cos you don’t like pussy in power“ („Niemals die Anerkennung geben, wo sie angebracht wäre, weil es euch nicht gefällt wenn Frauen in der Machtposition sind“).

Little Simz wuchs als Tochter nigerianischer Eltern in London auf, studierte Music Technology am College in London und versteht etwas von ihrer Musik. Mit Bodenständigkeit und Selbstvertrauen spricht sie über ihre Fehler und feiert in ihrem jazzigen Radiosong „Selfish“ ihren Egoismus.

„I don’t need that stress, that stress, I’m a aboss in a fucking dress“.

3. Vielfalt an Genres, Sujets und ’ne Menge British Rap

Auf „Grey Area“ wird Grime, Rap und Jazz vereint. Aber nicht nur die Vielfalt an Genres ist beeindruckend, sondern vor allem das Angebot an Themen. Auf der einen Seite setzt Simz – oder wie sie sich selbst auch nennt „She“ – sich in „Sherbet Sunset“ mit einer vergangenen Beziehung, Herzschmerz und der Definition von Liebe auseinander.

Dabei übt sie indirekt auch Kritik an Instagram und Selbstdarstellungen, die ihr zuwider sind und mit denen sich die Künstlerin nicht identifizieren kann: „I can’t do relationships for Instagram, posing like my life is perfect, really it’s the opposite“ („Ich kann Beziehungen nicht für Instagram führen, posten dass mein Leben perfekt ist,eigentlich ist es das Gegenteil“)

4. Provokante und authentische Lyrics zum Nachdenken

Little Simz ist besonders mit  „Therapy“ auf ihrem dritten Studioalbum ein provokanter, energiegeladener und authentischer Text gelungen, den sie flowig auf den Beat bringt. Sie spricht über ihre Ängste als 25- jährige Frau, über sich als Introvertierte, die einige Misstände in der Gesellschaft sieht.

Sie rappt über ihre Erfahrungen mit einer Psychotherapie und zuletzt formuliert sie ihre persönlichen Zukunftsvisionen und Träume: „Und manchmal möchte ich einfach abtauchen, etwas Land kaufen, meine Kinder großziehen, meiner Tochter die Wunder der Welt beibringen.“

5. Einfach mal die Smartphone-News ausschalten und gute Musik genießen

Letzlich lässt sich sagen, dass „Grey Area“ auch ein gutes Album zum Abschalten und Genießen ist. „Pressure“ klingt zum Beispiel ein wenig nach einem verregneten Tag – mit Klaviermusik und Chorgesang.

Die Single „101 FM“ überzeugt schon seit ihrer Veröffentlichung 2018 mit einer unverwechselbar leichten, irgendwie chinesisch klingenden, bassigen Background-Musik und nostalgischen Erzählungen aus der Kindheit der Rapperin.

Simz schafft es hiermit Ernsthaftigkeit und Spiel zu verbinden und den Zauber der Kindheit hörbar zu machen. Beschreibungen von Kindheitsträumen, langen Spielenachmittagen und ersten eigenen Songs treffen auf Erinnerungen von institutionellem Rassismus – mit ihnen switcht Simz geschickt zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her.

Von Eileen Stier


Über den Autor/die Autorin:

MADS-Team

Unter diesem Namen sammeln wir Beiträge von Gastautoren, Autorenkollektiven oder freien Mitarbeiter bei MADS. Die Namen des jeweiligen Autors oder der jeweiligen Autorin stehen dann immer unter dem einzelnen Beitrag.

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